Die 5 besten Hacker-Filme und eine Dokumentation
Rebecca

Rebecca Sommer | Cyber Security Writer

@RJ_Sommer

Die 5 besten Hacker-Filme

In dieser Liste präsentieren wir Ihnen unsere 5 Lieblings-Hacker-Filme. Das Genre wurde Anfang der 80er Jahre begründet und seitdem sind einige Perlen des Films erschienen, die sich alle der Problematik stellen müssen etwas so abstraktes wie Computerviren, Code und Software im Medium Film greifbar zu machen. Oft wird dazu auf Animationen mit Zahlenreihen und animierte Fahrten ins Innere eines PCs zurückgegriffen. Der in die Tasten hauende Hacker, in dessen Brille sich im besten Fall noch kryptische Zahlenfolgen spiegeln, ist auch sehr beliebt. Dass sich der IT-Spezialist bei der oft verkürzten und vereinfachten Darstellung von komplexen Themen die Haare raufen wird, ist vorprogrammiert.

Zugunsten von Spannungsbögen und Verständnis müssen manche technische Genauigkeiten manchmal außer Acht gelassen werden. Doch ein guter Hacker-Film zeigt uns trotzdem die Möglichkeiten und Gefahren, die in der Cyberwelt lauern. Er öffnet uns die Augen für eine Welt, die inzwischen alle Bereiche unseres Lebens betrifft.

5. Tron (1982) / Tron: Legacy (2010)

Hacker Film: Tron (1982) / Tron: Legacy (2010): Cyberwelt

Der Kult-Film Tron und sein Sequel Tron: Legacy teilen sich diesen Platz in der Liste. Während der erste Film alles in allem der bessere Film ist, der damals seiner Zeit ein bisschen voraus war, aber heute eine große Kultgemeinde hat, folgt der Nachfolger von 2010 eher den visuellen Ansprüchen des heutigen Publikums, aber ist in Bezug auf die Handlung etwas schwächer.

Im ersten Teil versucht der Protagonist, Programmierer Kevin Flynn (Jeff Bridges), zu beweisen, dass der Chef der Computerspiele-Firma, bei der er gearbeitet hat, seine Spiele gestohlen und als seine eigene ausgegeben habe. Bei dem Versuch in das digitale Netzwerk der Firma einzudringen geht etwas schief und er wird von einem Laserstrahl getroffen. Er findet sich als digitale Version seiner selbst im Innern der digitalen Welt der Computer wieder, also in Cyberspace. Dort versucht er mit Hilfe des Programms Tron das ultimativ böse Master Control Programm auszuschalten und muss zugleich in einem Computerspiel ums digitale Überleben kämpfen.

Im zweiten Teil, der fast 30 Jahre später in die Kinos kam, folgt der inzwischen 27-jährige Sam (Garrett Hedlund) seinem Vater Flynn (wieder Jeff Bridges) durch ein Versehen in diese Welt und muss sich dort ganz neuen Anforderungen in der inzwischen stark veränderten Cyberwelt stellen. Tron und Tron: Legacy inszenieren eine faszinierende Cyberwelt, in der Programme lebendig sind und Codes humanoide Form haben. Statt einen Hack durch grüne Einsen und Nullen auf dem Bildschirm, oder durch sonstige Animationen für das filmische Medium zu adaptieren, wird hier die gesamte Cyber-Welt als unserer Welt nachempfunden dargestellt. Der Hacker Flynn wird in diesem Szenario selbst zum Computervirus, denn er schleust sich in das IT-System und versucht es von innen zu verändern.

4. Who am I (2014)

Hacker Film: Who am I (2014): Thriller um BND Akten

Who am I ist ein deutscher und aktueller Beitrag zu dem Thema Cyber-Kriminalität mit Elyas M’Barek, Tom Schilling und Hannah Herzsprung. Der Film erzählt die Geschichte von Benjamin, einem unscheinbaren, intelligenten Typen, der durch den frühen Verlust seiner Eltern geprägt ist. Er ist ein talentierter Gelegenheitshacker, der jedoch erst richtig in Fahrt kommt, als er bei gerichtlich angeordneten Sozialstunden den charismatischen Max kennenlernt. Zusammen mit zwei weiteren Freunden von Max gründen sie die Hackergruppe CLAY.

Nach mehreren Hacks, die ihnen Anerkennung im Darknet bringen sollen, suchen sie sich ein Ziel aus, das ihnen diese Anerkennung definitiv sichern würde: den BND. Die Aktion gelingt, jedoch nimmt Benjamin zusätzlich vertrauliche Mitarbeiterakten mit. Als kurz darauf ein Mord passiert, der auf den BND-Hack zurück zu verfolgen ist, verstrickt sich CLAY in Dinge, die weit über ihre eigentlichen Ziele hinausgehen. Bei Who am I handelt es sich um einen spannenden und wendungsreichen Thriller, von dem das amerikanische Filmstudio Warner Bros. sogar ein Remake plant.

3. Sneakers (1992)

Hacker Film: Sneakers (1992): Informationen sind mehr Wert als Waffen

Eigentlich gehört Sneakers (mit Robert Redford, River Phoenix, Dan Aykroyd, David Strathairn) dem Genre des Heist-Movies an, jedoch enthält er auch Elemente des Hackerfilms. Der Film handelt von Datendiebstahl, Sicherheitslücken und politischer Verschwörung. Der Film beginnt mit zwei Studenten, die aus Spaß von einem Computer ihrer Universität aus eine Bank hacken und es schaffen Geld von Richard Nixons Konto auf das Konto einer Organisation zugunsten der Legalisierung von Marihuana zu überweisen. Einer der beiden wird kurz darauf vom FBI festgenommen, der andere kann fliehen. Nach einem Zeitsprung von über 20 Jahren erfährt der Zuschauer, dass Marty – der fliehen konnte – inzwischen als Hacker für Firmen arbeitet, die Schwachstellen in ihren Sicherheitsvorrichtungen herausfinden wollen.

Als sich die vermeintliche NSA mit einem Auftrag an seine Crew wendet, läuft alles aus dem Ruder. Sie finden sich inmitten eines Konflikts wieder, in dem Informationen mehr Wert sind, als Munition: „It’s not about who got the most bullets. It’s about who controls the information.“

2. WarGames (1983)

Hacker Film: WarGames (1983): Die Grenze von Realität und Virtueller Realität

Neben Tron ist WarGames einer der ersten Hackerfilme und somit Mitbegründer des Genres. Auch in diesem Film ist der Hacker kein „Bösewicht“, sondern ein Schüler namens David Lightman, der sich aus Langeweile in das System eines Spieleherstellers hackt und aus Versehen Zugang zum amerikanischen Luftwaffeprogramm erhält. Er startet die Anwendung „Weltweiter Thermonuklearer Krieg“, ohne zu wissen, dass er sich nicht mehr im System des Spieleherstellers befindet und dass es sich dabei nicht um ein Spiel, sondern um die Realität handelt.

Der Film kam 1983 während des Kalten Kriegs in die Kinos und spielte somit auf reale Ängste der Zuschauer an. Was als ein Film über einen gelangweilten Schüler beginnt, wendet sich bald zu einem Kriegsfilm, in dem ein Angriff auf die Sowjetunion ausgelöst wird. Als David von seinen Eltern unterbrochen wird übernimmt das selbstlernende System WORP. Nun findet ein Wettlauf gegen die Zeit statt, in dem die Forscher, die WORP entwickelt haben, es schaffen müssen, dem System die Unsinnigkeit eines Kriegs beizubringen und ihn dadurch zu stoppen. Was ein Einzelner anrichten kann, wenn die Grenze zwischen Realität und virtueller Realität verschwimmt, stellt dieser Film eindrucksvoll dar.

1. Matrix (1. Teil, 1999)

Hacker Film: Matrix (1. Teil, 1999) - ins kollektive Gedächtnis eingebrannt

Ist Matrix überhaupt ein Hackerfilm, könnte man fragen? Die Hauptfigur Neo (Keanu Reeves) wird jedenfalls als Hacker eingeführt, und auf der symbolischen Ebene bleibt der Film durch und durch Hackerfilm. Denn Neo wird in den größten Hack überhaupt verstrickt, er soll das, was jeder um ihn herum als Realität wahrnimmt hacken und so die gegeißelte Menschheit vor den Computern, die die Kontrolle übernommen haben, retten. Der Hacker ist in diesem Zukunftsszenario der Gute, der die Menschheit vor der Überhand und Kontrolle der Computer rettet.

Matrix ist unsere Nummer eins, da er sich visuell richtungsweisend in das kollektive Gedächtnis einer Generation eingebrannt hat. Auch wenn man selbst keine Ahnung von Hacks, Software und Programmieren hat, schafft es der Film, uns mitzureißen. Die aus grünen Buchstaben konstruierte Visualisierung der Matrix wird wohl jedem Zuschauer – und die rote Frau, der Fehler in der Matrix, besonders jedem Mann – im Gedächtnis bleiben. Die Frage, was denn nun real ist und was nicht, wird in diesem Glanzstück des Hackerfilms auf die Spitze getrieben, und es wird deutlich, dass die Digitalisierung und das Aufkommen von künstlicher Intelligenz das Beantworten dieser Frage nicht gerade einfacher macht.

Außer Konkurrenz: Zero Days (2016)

Hacker Dokumentation: Zero Days (2016)_ Cyber War und Stuxnet

Die diesjährige Berlinale-Dokumentation Zero Days nimmt sich dem Thema Cyber-Krieg an und veranschaulicht auf eindringliche Art und Weise, wie sehr unsere Lebenswelt inzwischen von IT-Systemen digital gesteuert wird und wie schnell diese mit dem richtigen technischen Knowhow infiltriert und angegriffen werden können. Der Fall, den dieser Film untersucht, ist der – noch immer von den Verantwortlichen geleugnete – Cyber-Angriff der USA und Israels auf das iranische Atomprogramm. Durch den Computerwurm Stuxnet konnten unter anderem Zentrifugen in der iranischen Nuklearanlage Natanz auf eine für die Techniker vor Ort unerklärliche Art und Weise zerstört werden.

Diese Dokumentation zeigt, dass die Hacker höchstwahrscheinlich von der Regierung der USA und Israels beauftragt wurden, die Entscheidung, wer die Guten und wer die Bösen sind, ist hier nicht so leicht zu treffen, wie in den Spielfilmen dieser Liste.

Bildquelle: Youtube

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