Alternatives to the search engine Google.
Thursday, August 5, 2021

7 Suchmaschinen im Vergleich: Welche ist die Beste?

Zusammenfassung: Neben Google, dem Spitzenreiter unter den Suchmaschinen, gewinnen vermehrt Alternativen an Beliebtheit unter den Nutzenden. Um Ihnen einen Überblick zu verschaffen, stellen wir Ihnen im Folgenden eine Auswahl an Suchmaschinen vor. Gerade in Betracht auf deren Sicherheitsaspekte nehmen wir diese noch einmal genauer unter die Lupe.

Inhalt

Google

Wie einige andere Unternehmen im Silicon Valley wurde auch Google zunächst in einer heimischen Garage von Larry Page und Sergey Brin im September 1998 gegründet. Was mit einem aus Lego gebauten Server-Gehäuse begann, entwickelte sich zu einem weltumspannenden Big-Data-Netzwerk. Der Platzhirsch unter den Suchmaschinen kann einen weltweiten Marktanteil von ca. 87 % und schätzungsweise 2 Billionen Suchanfragen im Jahr vorweisen.

Sicherheit: Aus vielen Suchanfragen und optional erstellten Google-Konten können sehr viele – auch personenbezogene – Daten von der Suchmaschine gesammelt werden. Da Google bekanntermaßen jegliche Suchaktivität verfolgt und speichert, fühlen sich so manche Nutzerin bzw. Nutzer ausspioniert. Google selbst gibt an, unter anderem folgende Daten zu sammeln:

Zu den von uns erhobenen Daten zählen eindeutige Kennungen, der Typ und die Einstellungen des Browsers, der Typ und die Einstellungen des Geräts, das Betriebssystem, Informationen zum Mobilfunknetz wie der Name des Mobilfunkanbieters und die Telefonnummer sowie die Versionsnummer der App.

Google rechtfertigt die Datenanhäufung damit, möglichst relevante Suchergebnisse und Werbeanzeigen für jede Nutzerin und jeden Nutzer individuell bereitzustellen. Da nicht jede Person gerne sämtliche personenbezogenen Informationen bei einer Suchanfrage preisgeben möchte, lohnt es sich, auch auf andere Suchmaschinen zu nutzen.

Microsoft Bing

Von Juni 2009 bis Januar 2012 befand sich die Suchmaschine von Microsoft in der Beta-Phase und gilt als Nachfolger von Live Search. Ab August 2020 wurde der Zusammenhang mit dem Unternehmen hinter Bing noch klarer, da sich sowohl das Logo wie auch der Name der Suchmaschine von Bing zu Microsoft Bing geändert hat. Die Integration mit den Office- bzw. Microsoft-365-Produkten wird von Bing-Nutzenden sehr geschätzt. So können vor allem Unternehmen Microsoft-Dokumente auf der Startseite von Bing sehen und öffnen, wie auch anstehende Termine zum Beispiel auf den ersten Blick in der Suchmaschine erkennen. Zudem begrüßt ein täglich wechselnder Hintergrund in HD die Anwenderinnen und Anwender. In Deutschland ist Microsoft Bing die zweitbeliebteste Suchmaschine mit einem Marktanteil von 6 %. Weltweit erreicht sie mit ca. 5 % ebenfalls Platz 2.

Sicherheit: Da Bing zu Microsoft gehört, werden auch die konzerneigenen Server genutzt. Und weil Microsoft ein US-Amerikanisches Unternehmen ist, unterliegt es auch den dortigen Gesetzen. Vor allem der CLOUD-Act ist in diesem Zusammenhang relevant. Er erlaubt den Behörden Zugriff auf die Cloud-Daten einzelner Nutzerinnen und Nutzer. Microsoft gibt in seiner Datenschutzbestimmung Folgendes an:

Wir teilen Daten auch mit von Microsoft kontrollierten Tochtergesellschaften und mit Lieferanten, die für uns arbeiten. Wir teilen Daten, wenn dies gesetzlich vorgeschrieben ist oder um auf rechtliche Verfahren zu reagieren; um unsere Kunden zu schützen; um Leben zu schützen; und um die Rechte und das Eigentum von Microsoft und seinen Kunden zu schützen.

Ob und ab wann es angemessen ist, von staatlicher Seite aus auf die Nutzerdaten zuzugreifen, wird nicht klar definiert. Für Nutzerinnen und Nutzer ist es empfehlenswert auf eine alternative Suchmaschine mit Serverstandorten in Europa zurückzugreifen.

Ecosia

Die umweltfreundliche Suchmaschine Ecosia wurde im Dezember 2009 von Christian Kroll gegründet und hat ihren Sitz in Berlin. Ziel ist es, mithilfe der Einnahmen durch Suchanfragen Bäume zu pflanzen und damit den Folgen der Entwaldung entgegenzuwirken. Das Unternehmen geht in einem monatlichen Finanzbericht offen mit seinen Zahlen um und spendet ca. 0,5 ct pro Suche. Nach ungefähr 45 Suchanfragen soll bereits ein Baum finanziert sein. Im Juli 2021 wurden bereits über 130 Millionen Bäume seit der Gründung gepflanzt. Deutschlandweit belegt Ecosia Platz 3 unter den Suchmaschinen mit einem Marktanteil von 1,2 %.

Sicherheit: Ecosia setzt nicht nur auf Nachhaltigkeit, sondern ebenso auf die Sicherheit der Nutzenden. Laut eigener Aussage werden Suchanfragen verschlüsselt und keine externen Tracking-Tools verwendet. Zudem haben Nutzerinnen und Nutzer die Option, jegliches Tracking zu deaktivieren. Ecosia stellt auf seiner Website einen direkten Vergleich zu Google her, um zu verdeutlichen, wie die konkurrierenden Suchmaschinen jeweils mit den Nutzerdaten hantieren:

Bei Ecosia erstellen wir keine persönlichen Nutzerprofile von dir, sondern anonymisieren alle Suchanfragen nach 7 Tagen. Google verfügt über zahlreiche andere Dienste zur Verwendung auf anderen Websites usw. Dies bedeutet, dass deine Daten aus vielen unterschiedlichen Quellen kombiniert werden und ein detailliertes Profil von dir erstellt werden kann, um dir anschließend personalisierte Suchergebnisse und Werbung anzuzeigen.

Ein weiterer interessanter Punkt ist, das Ecosia den Suchvorgang via Microsoft Bing abwickelt. Um klimaneutral zu bleiben, werden Zertifikate mit Gold Standard von myclimate gekauft. Wir finden, dass Ecosia eine sicherere und vor allem auch grünere Alternative zum Suchmaschinen-Primus Google bietet.

DuckDuckGo

Gabriel Weinberg gründete das Unternehmen DuckDuckGo im Februar 2008. Es beschäftigt aktuell etwa 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Monat werden über 2,4 Milliarden Suchanfragen gestellt, was DuckDuckGo so zur drittbeliebtesten Suchmaschine in Deutschland mit einem Marktanteil von knapp über 1 % sowie Platz 6 weltweit mit 0,8 % macht. DuckDuckGo hat es sich zum Ziel gemacht, Menschen für den Schutz Ihrer Daten zu sensibilisieren.

Sicherheit: DuckDuckGo möchte seinen Nutzerinnen und Nutzern hohe Datenschutzstandards ohne großen Mehraufwand bieten. Die Wahrung der Privatsphäre soll so einfach gestaltet werden, wie das Schließen von Jalousien. So kann beispielsweise eine Browser-Erweiterung installiert werden, welche neben der Suchmaschine noch einen Tracker-Blocker sowie Webseitenverschlüsselung beinhalten. Für mobile Endgeräte steht zusätzlich eine Privatbrowser-App zur Verfügung.

Unsere Datenschutzerklärung ist einfach: Wir sammeln oder teilen keine deiner persönlichen Daten.

Da die Suchmaschine Amazons Cloud-Infrastruktur nutzt, könnten diese Daten, wie zum Beispiel die IP-Adresse des Nutzenden verwerten. Aufgrund von Regulierungen in den USA müssten diese Daten dann in bestimmten Fällen an deren Regierung übermittelt werden. Jedoch sind noch keine konkreten Fälle bekannt. Daher sprechen wir auch für DuckDuckGo eine Empfehlung als Alternative zu Google aus, jedoch mit Bedacht aufgrund des Serverstandortes in den USA und dem möglichen Zugriff der Behörden.

Yahoo! Suche

Am 02. März 1995 ging die von Jerry Yang und David Filo gegründete Suchmaschine online. Heute gehört das Unternehmen Verizon Media an und hat seinen Sitz in Kalifornien. Wie auch andere Suchmaschinen von Verizon Media basiert Yahoo! Suche auf Microsoft Bing. Deutschlandweit besitzt Yahoos Suchmaschine einen Marktanteil von ungefähr 0,63 % und liegt damit hinter DuckDuckGo. Im weltweiten Vergleich liegt Yahoo! Suche auf Platz 3 mit einem Marktanteil von ca. 2,7 %.

Sicherheit: In der Datenschutzerklärung von Yahoo! Suche wird angegeben, dass die Suchmaschine den Suchverlauf speichert, um weitere Suchbegriffe vorzuschlagen. Um Kinder unter 13 Jahren vor unangemessenen Inhalten zu schützen, bietet Yahoo! Suche einen Familienfilter an. Jedoch wird aus der Datenschutzerklärung auch deutlich, dass jegliche personenbezogenen Daten gespeichert, kombiniert und verarbeitet werden.

Yahoo! gibt an, Daten weiterzugeben, wenn dies als notwendig bzw. legitim erachtet wird oder es gesetzlich erforderlich ist. Auch Nutzende aus Deutschland könnte das betreffen, wie aus dem Absatz zur Datenübertragung ersichtlich wird:

Ihre personenbezogenen Daten können in andere Länder übertragen werden, insbesondere auch an Server in den Vereinigten Staaten . Manche dieser Länder haben nicht die gleichen Datenschutzvorkehrungen wie das Land, in dem Sie sich befinden.

Nicht nur die Datenübertragung sowie Übermittlung von Daten an Regierungen wird als kritisch betrachtet. Die Suchergebnisse von Yahoo! Search wie auch AOL und OneSearch zeigen vorzugsweise Vorschläge des Mutterunternehmens Verizon Media und verzerren somit die Suche.

Qwant

Die Suchmaschine mit europäischen Serverstandorten wurde im Jahr 2011 gegründet und als Beta-Version in Frankreich und Deutschland zwei Jahre später veröffentlicht. Neben der Verlagsgruppe Axel Springer, setzt auch die Europäische Bank auf Qwant und führt zu deutlich höheren Nutzerzahlen.

Der Schutz der Privatsphäre der Nutzerinnen und Nutzer ist oberste Priorität der Suchmaschine mit Standort in Frankreich. Qwant selbst gibt an über 189 Millionen Suchanfragen im Monat zu bearbeiten und bietet neben der Suchmaschine auch einen eigenen Kartendienst ohne Tracking, wie auch eine Suchmaschine für Kinder an.

Sicherheit: Qwant beschreibt sich als „Suchmaschine, die Ihre Privatsphäre respektiert“ in dem es seine User weder trackt noch Daten von Ihnen abspeichert. Außerdem wird der Browserverlauf der Nutzerinnen und Nutzer weder abgespeichert noch analysiert. Um die Privatsphäre zu schützen, werden keinerlei Cookies zu Werbezwecken hinterlegt und Daten werden anonymisiert abgespeichert.

Im Gegensatz zu Google, Yahoo und Bing erstellt Qwant keine Nutzerprofile und gibt an, Suchverläufe neutral zu halten, indem keine personenbezogene Daten verarbeitet und zu Werbezwecken verwendet werden. Qwant erklärt dies genauer in der Datenschutzerklärung:

Wir speichern Ihren Suchverlauf nicht ab und wir gestalten kein Werbeprofil, um Sie entsprechend anzuwerben. Bei Qwant genießen Sie natürlich die Rechte der EU-Datenschutzgrundverordnung , bekannt als „DSGVO“ sowie jene des französischen Gesetzes zum Schutz personenbezogener Daten.

Aufgrund des europäischen Serverstandortes und neutralen Suchanfrage, ist Qwant eine geeignete und vor allem sichere Alternative zu den amerikanischen Suchmaschinen Google, Yahoo! Suche und Microsoft Bing.

Startpage

Als Testsieger von Stiftung Warentest in der Kategorie Suchmaschinen, stieß Startpage den Suchmaschinen-Primus Google auf Platz 2 und gab sich den Titel der „sichersten Suchmaschine der Welt“. Gegründet wurde Startpage 2006 in den Niederlanden und nimmt es sich als Mission das Bewusstsein und das Recht der Menschheit auf Privatsphäre zu stärken und schützen. Zu den Namhaften Nutzern zählen unter anderem Edward Snowden und Max Schrems, die für ihre Arbeit im Stärken und Wahren des Datenschutzes sowie der Privatsphäre weltbekannt sind.

Sicherheit: Startpage besitzt Server-Cluster in den USA sowie Niederlanden und gibt an, dass im Regelfall Daten von europäischen Suchanfragen auf europäischen, sowie Daten von amerikanischen Anfragen auf amerikanischen Servern verwaltet werden. Auch Startpage liefert Suchergebnisse von Google, die Suchdaten werden aber weder getrackt noch gespeichert oder gar verkauft. Ein personenbezogenes Nutzerprofil wird ebenfalls nicht erstellt. Mithilfe eines Proxys können Nutzerinnen und Nutzer ihre Identität auch auf anderen Webseiten verschleiern und anonymisieren.

In der Datenschutzerklärung von Startpage geht genauer hervor, wie zwar Suchergebnisse von Google angezeigt werden, die Nutzer sowie Nutzerinnen sich jedoch keine Sorge um Ihre Privatsphäre machen müssen:

Wenn du Suchen durchführst, werden deine Anfragen automatisch von unnötigen Metadaten befreit. Hierzu gehören auch deine IP-Adresse und andere identifizierende Informationen. Wir senden die anonymisierte Suchanfrage an Google und geben die Suchergebnisse an dich zurück. Wir protokollieren deine Suchvorgänge nicht.

Die sicherste Suchmaschine der Welt ist eine empfehlenswerte Google-Alternative, da die selben Ergebnisse angezeigt werden, jedoch mit dem Unterschied, dass die Suchanfragen anonymisiert und vollkommen geschützt sind.

Fazit

Es ist durchaus lohnenswert, Google-Alternativen als Suchmaschinen in Erwägung zu ziehen. Gerade in Betracht auf den Schutz der eigenen Daten, die meist unbewusst bei jedem Suchvorgang übermittelt werden, kann sich ein Wechsel des Suchdienstes lohnen.

In Sachen Sicherheit haben vor allem DuckDuckGo, Ecosia, Qwant sowie Startpage die Nase vorne, da alle Suchmaschinen entweder die Nutzerdaten anonymisieren oder gar nicht erst speichern. Für Ecosia spricht der Nachhaltigkeitsaspekt, da jede Suche das Pflanzen neuer Bäume ermöglicht oder soziale Projekte finanziert. Außerdem befinden sich die Serverstandorte von Qwant und Startpage in Europa, was gerade für europäische Nutzerinnen und Nutzer für mehr Datenschutz spricht.

Personen, die nicht vom Suchmaschinen-Giganten Google abweichen möchten, sollten zumindest ihre Datenschutzeinstellungen überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Hierfür bietet Google einen Privatsphäre Check an, der in wenigen Minuten das Konto des Nutzenden sicherer machen soll.

Wir hoffen jedoch, dass Sie einen guten Überblick über die Google-Alternativen erhalten konnten und gegebenenfalls Ihre Datenschutzeinstellungen anpassen. So bleiben Ihre Daten auch wirklich Ihre und werden nicht an beliebige Unternehmen oder auch fremde Behörden übermittelt.

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