Alternatives to the search engine Google.
Tuesday, February 16, 2021

5 Suchmaschinen im Vergleich: Welche ist die Beste ?

Zusammenfassung: Neben Google, dem Spitzenreiter unter den Suchmaschinen, gewinnen vermehrt Alternativen an Beliebtheit unter den Nutzenden. Um Ihnen einen Überblick zu verschaffen, stellen wir Ihnen im Folgenden eine Auswahl an Suchmaschinen vor. Gerade in Betracht auf deren Sicherheitsaspekte nehmen wir diese noch einmal genauer unter die Lupe.

Inhalt

Google

Wie einige andere Unternehmen im Silicon Valley wurde auch Google zunächst in einer heimischen Garage von Larry Page und Sergey Brin im September 1998 gegründet. Was mit einem aus Lego gebauten Server begann, entwickelte sich zu einem Netzwerk aus hunderttausenden Servern, verteilt auf vier Kontinente. Der Platzhirsch unter den Suchmaschinen kann einen weltweiten Marktanteil von ca. 92 % und schätzungsweise 2 Billionen Suchanfragen im Jahr vorweisen.

Sicherheit: Aus vielen Suchanfragen und optional erstellten Google-Konten können sehr viele – auch personenbezogene – Daten gesammelt werden. Da Google bekanntermaßen jegliche Suchaktivität verfolgt und speichert, fühlen sich so manche Nutzerin bzw. Nutzer ausspioniert. Google selbst gibt an, unter anderem folgende Daten zu sammeln:

Zu den von uns erhobenen Daten zählen eindeutige Kennungen, der Typ und die Einstellungen des Browsers, der Typ und die Einstellungen des Geräts, das Betriebssystem, Informationen zum Mobilfunknetz wie der Name des Mobilfunkanbieters und die Telefonnummer sowie die Versionsnummer der App.

Google begründet die Datenanhäufung damit, möglichst relevante Suchergebnisse und Werbeanzeigen für die jeweilige Person bereitzustellen. Da nicht jede Person gerne sämtliche personenbezogenen Informationen bei einer Suchanfrage preisgeben möchte, lohnt es sich auch auf andere Suchmaschinen bauen.

Microsoft Bing

Von Juni 2009 bis Januar 2012 befand sich die Suchmaschine von Microsoft in der Beta-Phase und gilt als Nachfolger von Live Search. Ab August 2020 wurde der Zusammenhang mit dem Unternehmen hinter Bing noch klarer, da sich sowohl das Logo wie auch der Name der Suchmaschine von Bing zu Microsoft Bing geändert hat. Die Integration mit den Office- bzw. Microsoft-365-Produkten wird von Bing-Nutzenden sehr geschätzt. So können vor allem Unternehmen Microsoft-Dokumente auf der Startseite von Bing sehen und öffnen, wie auch anstehende Termine zum Beispiel auf den ersten Blick erkennen. Zudem begrüßt ein täglich wechselnder Hintergrund in HD die Anwenderinnen und Anwender. In Deutschland ist Microsoft Bing die zweitbeliebteste Suchmaschine mit einem Marktanteil von 11 %. Weltweit erreicht sie mit ca. 2,7 % ebenfalls Platz 2.

Sicherheit: Als Teil des Microsoft-Konzerns werden dementsprechend auch deren Server genutzt. Gerade mit Standort in den USA unterliegen diese den nationalen Regulierungen. So kann bei einem Verdacht der Behörden Zugriff auf die Daten des Nutzenden verlangt werden. Microsoft gibt in seiner Datenschutzbestimmung Folgendes an:

Wir teilen Daten auch mit von Microsoft kontrollierten Tochtergesellschaften und mit Lieferanten, die für uns arbeiten. Wir teilen Daten, wenn dies gesetzlich vorgeschrieben ist oder um auf rechtliche Verfahren zu reagieren; um unsere Kunden zu schützen; um Leben zu schützen; und um die Rechte und das Eigentum von Microsoft und seinen Kunden zu schützen.

Ob und ab wann es angemessen ist, von staatlicher Seite aus auf die Nutzerdaten zuzugreifen, wird nicht klar definiert.

Ecosia

Die umweltfreundliche Suchmaschine Ecosia wurde im Dezember 2009 von Christian Kroll gegründet und hat ihren Sitz in Berlin. Ziel ist es, mithilfe der Einnahmen durch Suchanfragen Bäume zu pflanzen und damit den Folgen der Entwaldung entgegenzuwirken. Das Unternehmen geht in einem monatlichen Finanzbericht offen mit seinen Zahlen um und spendet ca. 0,5 ct pro Suche. Nach ungefähr 45 Suchanfragen soll bereits ein Baum finanziert sein. Im Dezember 2020 wurden bereits 116 Millionen Bäume seit Gründung gepflanzt. Deutschlandweit belegt Ecosia Platz 3 unter den Suchmaschinen mit einem Marktanteil von 1 %.

Sicherheit: Ecosia setzt nicht nur auf Nachhaltigkeit, sondern ebenso auf die Sicherheit der Nutzenden. Laut eigener Aussage werden Suchanfragen verschlüsselt und keine externen Tracking-Tools verwendet. Zudem haben Benutzer sowie Benutzerinnen die Option, jegliches Tracking zu deaktivieren. Ecosia stellt auf seiner Website einen direkten Vergleich zu Google her, um zu verdeutlichen, wie die Suchmaschinen jeweils mit den Nutzerdaten hantieren:

Bei Ecosia erstellen wir keine persönlichen Nutzerprofile von dir, sondern anonymisieren alle Suchanfragen nach 7 Tagen. Google verfügt über zahlreiche andere Dienste zur Verwendung auf anderen Websites usw. Dies bedeutet, dass deine Daten aus vielen unterschiedlichen Quellen kombiniert werden und ein detailliertes Profil von dir erstellt werden kann, um dir anschließend personalisierte Suchergebnisse und Werbung anzuzeigen.

Ein weiterer interessanter Punkt ist, das Ecosia den Suchvorgang via Microsoft Bing abwickelt. Um klimaneutral zu bleiben, werden Zertifikate mit Gold Standard von myclimate gekauft.

DuckDuckGo

Gabriel Weinberg gründete das Unternehmen DuckDuckGo im Februar 2008. Es umfasst aktuell um die 120 Mitarbeiter. Im Monat werden über 2,4 Milliarden Suchanfragen gestellt, was DuckDuckGo so zur drittbeliebtesten Suchmaschine in Deutschland mit einem Marktanteil von knapp über 1 % sowie Platz 6 weltweit mit 0,6 % macht. DuckDuckGo hat es sich zum Ziel gemacht, Menschen für den Schutz Ihrer Daten zu sensibilisieren.

Sicherheit: DuckDuckGo möchte Nutzenden hohe Datenschutzstandards ohne großen Mehraufwand bieten. Die Wahrung der Privatsphäre des Nutzenden online soll so einfach gestaltet werden, wie das Schließen von Jalousien. So kann beispielsweise eine Browser-Erweiterung installiert werden, welche neben der Suchmaschine noch einen Tracker-Blocker sowie Webseitenverschlüsselung beinhalten. Für mobile Endgeräte steht zusätzlich eine Privatbrowser-App für Geräte mit Android oder iOS zur Verfügung.

Unsere Datenschutzerklärung ist einfach: Wir sammeln oder teilen keine deiner persönlichen Daten.

Da die Suchmaschine Amazons Cloud-Infrastruktur nutzt, könnte dieser Daten, wie zum Beispiel die IP-Adresse des Nutzenden verwerten. Aufgrund von Regulierungen in den USA müssten diese Daten dann in bestimmten Fällen an deren Regierung übermittelt werden. Jedoch sind noch keine konkreten Fälle bekannt.

Yahoo! Suche

Am 02. März 1995 ging die von Jerry Yang und David Filo gegründete Suchmaschine online. Heute gehört das Unternehmen Verizon Media an und hat seinen Sitz in Kalifornien. Wie auch andere Suchmaschinen von Verizon Media basiert Yahoo! Suche auf Microsoft Bing. Deutschlandweit besitzt Yahoos Suchmaschine einen Marktanteil von ungefähr 0,63 % und liegt damit knapp unter DuckDuckGo. Im weltweiten Vergleich liegt Yahoo! Suche auf Platz 3 mit einem Marktanteil von ca. 1,46 %.

Sicherheit: In der Datenschutzerklärung von Yahoo! Suche wird angegeben, dass die Suchmaschine den Suchverlauf speichert, um weitere Suchbegriffe vorzuschlagen. Um Kinder unter 13 Jahren vor unangemessenen Inhalten zu schützen, bietet Yahoo! Suche einen Familienfilter an. Jedoch wird aus der Datenschutzerklärung auch deutlich, dass jegliche personenbezogenen Daten gespeichert, kombiniert und verarbeitet werden.

Yahoo! gibt an, Daten weiterzugeben, wenn dies als notwendig bzw. legitim erachtet wird oder es gesetzlich erforderlich ist. Auch Nutzende aus Deutschland könnte das betreffen, wie aus dem Absatz zur Datenübertragung ersichtlich wird:

Ihre personenbezogenen Daten können in andere Länder übertragen werden, insbesondere auch an Server in den Vereinigten Staaten . Manche dieser Länder haben nicht die gleichen Datenschutzvorkehrungen wie das Land, in dem Sie sich befinden.

Nicht nur die Datenübertragung sowie Übermittlung von Daten an Regierungen wird als kritisch betrachtet. Die Suchergebnisse von Yahoo! Search wie auch AOL und OneSearch zeigen vorzugsweise Vorschläge des Mutterunternehmens Verizon Media und verzerren somit die Suche.

Fazit

Es ist durchaus lohnenswert, auch Google-Alternativen als Suchmaschinen in Erwägung zu ziehen. Gerade in Betracht auf den Schutz der eigenen Daten, die meist unbewusst bei jedem Suchvorgang übermittelt werden, kann sich ein Wechsel des Suchdienstes lohnen.

In Sachen Sicherheit haben vor allem DuckDuckGo sowie Ecosia die Nase vorne, da beide Suchmaschinen entweder die Nutzerdaten anonymisieren oder gar nicht erst speichern. Für Ecosia überwiegt gerade der Nachhaltigkeitsaspekt, da jede Suche die Pflanzung neuer Bäume oder auch Unterstützungen für soziale Projekte finanziert.

Aber auch Personen, die nicht vom Suchmaschinen-Giganten Google abweichen möchten, sollten zumindest ihre Datenschutzeinstellungen überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Hierfür bietet Google einen Privatsphärecheck an, der in wenigen Minuten das Konto des Nutzenden sicherer machen soll.

Die Wahl der Suchmaschine ist natürlich Ihnen selbst überlassen. Wir hoffen jedoch, dass Sie einen guten Überblick über die Google-Alternativen erhalten konnten und gegebenenfalls Ihre Datenschutzeinstellungen anpassen. So bleiben Ihre Daten auch wirklich Ihre und werden nicht an beliebige Unternehmen oder auch fremde Behörden übermittelt.

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