Datensparsames Online-Marketing
Lisa

Lisa Figas | Marketing Manager

@meet_lisa

Online-Marketing und Privatsphäre: Ethische Standards bei Boxcryptor

„Kundenlisten hochladen“ empfiehlt mir die automatische E-Mail von Google Ads, die ich alle paar Monate bekomme. Man lockt mich damit, mithilfe der Daten „wirkungsvollere, personalisierte Anzeigen“ zu schalten. Aus Sicht von jemandem, dessen Job es ist, erfolgreiches Online-Marketing zu machen, klingt das verlockend. Aus der Sicht von jemandem, der bei einem IT-Security-Unternehmen arbeitet, klingt es schrecklich. Ich würde im Traum nicht auf die Idee kommen, unsere Kundenliste, unser Heiligstes, einem anderen Unternehmen zu geben – erst recht nicht einem, das für seinen Hunger nach Daten bekannt ist: Google.

Ich möchte heute einen Einblick in meinen Alltag als Marketing-Managerin bei Boxcryptor geben und erklären, was wir unter „ethischem Marketing“ verstehen.

Was wir nicht tun

Es fühlt sich komisch an, den eigenen Job anhand von Dingen zu beschreiben, die man nicht tut. Aber in diesem Fall scheint das die beste Option zu sein.

Retargeting: Wir verfolgen unsere Kundinnen und Kunden nicht durch das Internet.

Haben Sie schon einmal ein Produkt in einem Onlineshop angesehen und dann später ständig Werbung dafür angezeigt bekommen? Dann sind Sie in einer Retargeting-Zielgruppe gelandet. Kurz erklärt: Sie werden anhand von Identifikatoren wie Cookies oder Geräte-IDs einem Profil zugeordnet. Webseiten stellen Google und anderen großen Werbenetzwerken Flächen zur Verfügung, in die dann passende Anzeigen eingefügt werden – für jedes Profil individuell.

Werbe-E-Mail von Google.

Remarketing mithilfe von Kundenlisten und Google Ads funktioniert, indem die Kundenliste eines Unternehmens mit den Telefonnummern und Adressen von Google-Accounts (Profilen) abgeglichen wird. Findet Google einen Treffer in seinen Accounts, wird dieses Kundenprofil einer speziellen Zielgruppe für die Werbeschaltung zugeordnet. Die Details dazu können Sie hier nachlesen.

Für Boxcryptor-Nutzerinnen und -Nutzer wichtig zu wissen: Auch wenn der Kundenabgleich mit Hilfe von Verschlüsselung und Hashes datenschutzkonform möglich ist, kommt eine Weitergabe von personenbezogenen Daten für uns nicht infrage.

Links sind eine wichtige Währung im Internet. Das liegt daran, dass Google von zwei Studenten erfunden wurde, die sich das System wissenschaftlichen Zitierens zum Vorbild genommen haben. Deshalb werden Quellen, auf die oft verwiesen (verlinkt) wird, als vertrauensvoller eingestuft als jene, die niemand empfehlenswert findet. Das ist natürlich etwas verkürzt dargestellt und tatsächlich gibt es einige andere, wichtige Ranking-Faktoren. Um das Prinzip zu erklären, reicht dieses Wissen aber.

Links von einer Webseite zu bekommen kann im Onlinemarketing-Kosmos viel bedeuten. Und da unsere Webseite als vertrauenswürdige Quelle eingestuft wird, bemühen sich jede Woche viele Redakteurinnen und Redakteure darum, einen Link von uns zu bekommen. Wir lehnen alle Angebote (Geld, fertig geschriebene Artikel, Tausch-Links) ab. So stellen wir sicher, dass unsere Leserinnen und Leser ausschließlich Inhalte sehen, die sachlich korrekt sind oder einen echten Mehrwert bieten.

Kundenlisten einkaufen: Wir spionieren niemandem hinterher

Auch diese E-Mail erreicht uns etwa einmal pro Woche: „Angebot: Kaufen Sie Kontaktlisten von Personen, welche die Produkte der Konkurrenz nutzen!“. Diese Werbemaßnahme beabsichtigt, gezielt potenzielle Kundinnen und Kunden abzuwerben. Dies funktioniert durch einen Vergleich des eigenen Produkts mit dem Konkurrenzprodukt – natürlich vor allem in Bereichen, in denen man selbst einen Vorteil hat.

Der Gedanke ist nicht schlecht, denn die potenzielle Zielgruppe wären in unserem Fall Personen, die bereits Geld für Verschlüsselung bezahlen. Es wäre doch schön, wenn sie dieses Geld uns geben, statt der Konkurrenz.

Umgekehrt ist die Vorstellung furchtbar: Wie wäre es, wenn der Eisverkäufer Ihnen auf dem Marktplatz hinterherläuft und sein Schokoladeneis anpreist, obwohl sie gerade ein Schokoladeneis von der Konkurrenz in Händen halten? Sie würden sich vermutlich belästigt und verfolgt fühlen. Für uns sind das keine guten Voraussetzungen, um ein Geschäft abzuschließen. Davon abgesehen kontaktieren wir Sie nur dann, wenn Sie uns Ihre ausdrückliche Einwilligung dazu gegeben haben.

Was wir tun

Gendergerechte Formulierungen: Wir sprechen alle an

Im Jahr 2020 haben wir uns damit auseinandergesetzt, wie wir unsere Texte so formulieren können, dass sich alle gleichermaßen angesprochen fühlen. Wir haben uns die verschiedenen Möglichkeiten angesehen, wie sich das Spektrum der Geschlechter abbilden lässt. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir auf Sonderzeichen verzichten. Der Grund dafür ist, dass unser Redaktionssystem Sternchen und Unterstriche als Textformatierung interpretiert, sodass beispielsweise nach dem Sternchen im Wort GründerInnen der Rest des Absatzes kursiv geschrieben wäre. (Wie man sieht.)

Unsere Lösung ist deshalb die sogenannte Paarung. Wir bemühen uns darum, stets die weibliche und die männliche Form zu schreiben und sprechen daher von Nutzerinnen und Nutzern. Wenn wir Texte verfassen, die extrem kurz sind, was im Onlinemarketing oft vorkommt (Tweets, Anzeigen), dann prüfen wir, ob eine neutrale Formulierung (bspw. „Studierende“) passt. Wenn auch das nicht geht, weichen wir auf die männliche Form aus. Eine weitere Ausnahme bilden Texte, in denen es um Personengruppen geht. Unseren User-Guide, in dem wir über die Berechtigungen von Microsoft-Teams-Administratorinnen und -Administratoren im Vergleich zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schreiben, haben wir aus Gründen der Lesbarkeit nicht aktualisiert.

Davon abgesehen bemühen wir uns aber sehr, auch alte Veröffentlichungen zu überarbeiten, doch das wird noch eine Weile dauern. Sehen Sie es uns bitte nach, wenn Sie noch hier und da Texte im generischen Maskulinum entdecken.

Unsere Webseite setzt Cookies von 8 verschiedenen Anbietern. Darunter sind wir selbst (Information über die Sprache, in der die Webseite dargestellt werden soll) und unser Cookie-Banner (Information darüber, welche Cookies Sie erlauben und welche nicht). Einige der verbleibenden Cookies werden nur gesetzt, wenn Sie bestimmte Seiten aufrufen und beispielsweise unseren Live-Chat nutzen. Wenn Sie im Cookie-Banner die Verwendung von Cookies ablehnen, können Sie unsere Webseite trotzdem mit fast allen Funktionen nutzen. Etwa 30 Prozent unserer Webseitenbesucherinnen und -besucher machen von dieser Möglichkeit Gebrauch.

Zur Einordnung: Die BILD setzt Cookies von 39 verschiedenen Anbietern, von Ihrem Seitenaufruf bei FOCUS ONLINE erfahren 57 verschiedene Dienste.

Was Sie tun können

Wir sind, wie jedes andere Unternehmen auch, daran interessiert zu wachsen. Wir wollen noch mehr schlaue Köpfe einstellen, um unsere Verschlüsselungssoftware weiterzuentwickeln. Und dazu brauchen wir viele glückliche Nutzerinnen und Nutzer. Die Glücklichsten finden den Weg zu uns, weil sie einer persönlichen Empfehlung folgen. Wenn Sie also jemanden kennen, dem oder der Privatsphäre und IT-Sicherheit genauso wichtig sind wie Ihnen, dann erzählen Sie doch von Boxcryptor.

Empfehlen Sie Boxcryptor an eine Privatperson und erhalten Sie einen Monat Boxcryptor Personal kostenfrei. Das Beste: Die geworbene Person erhält ebenfalls einen Gratis-Monat. Loggen Sie sich in Ihren Boxcryptor-Account ein, und kopieren Sie unter „Referral“ Ihren persönlichen Einladungslink.

Sie kennen ein Unternehmen, das eine Cloud-Verschlüsselung benötigt? Empfehlen Sie Boxcryptor und erhalten Sie eine großzügige Belohnung von uns. Hier finden Sie alle Informationen zu unserem Programm Refer Your Boss.

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