Das sind die häufigsten Ursachen für Datenverlust und so können Sie Ihr Risiko minimieren.
Moritz
Moritz Ober | Cyber Security Writer
2018 M10 11, Thu

Risiko: Datenverlust?

Ein Klick, schon sind unsere Daten gespeichert. Die erste Version des Briefes wurde mit der zweiten überschrieben. Zumindest seit der Erfindung des Computers also kein Grund mehr sich Sorgen zu machen? Weit gefehlt: Leider kommt es immer wieder zu Datenverlust – aufgrund der einen oder anderen Ursache. Dies ist eine Gefahr, die vor allem Unternehmen vor eine große Herausforderung stellt, denn in den meisten Fällen kann Datenverlust nicht nur Ärger und Zeitverlust, sondern auch große finanzielle Schäden nach sich ziehen. In diesem Beitrag fassen wir die größten Risiken für digitale Daten zusammen und zeigen, wie Sie das Risiko von Datenverlust deutlich minimieren können.

Die Top 5 des Datenverlusts

Die Gründe für Datenverlust sind vielfältig. Eine schnelle Suchmaschinen-Recherche führt zu Listen darüber, welche Ursachen am häufigsten aufzutreten scheinen:

  • Technische Defekte
  • Menschliche Fehler
  • Malware und Hackerangriffe
  • Datendiebstahl
  • Externe Einflüsse

Leider sind viele dieser Risiken nur sehr schwer zu kontrollieren, insbesondere deshalb, weil sie sich häufig gegenseitig bedingen. Im Grunde können die Fehlerquellen zu drei großen Gruppen zusammengefasst werden:

  • Technische Probleme (produktionsbedingt/nutzungsbedingt)
  • Menschliche Fehler (innerhalb/außerhalb der Firma)
  • Umwelteinflüsse (Hochwasser, Sturmschaden etc.)

1. Technische Probleme führen zu Datenverlust

Jede Art von Datenspeicher ist zunächst ein menschgemachtes (und deshalb fehleranfälliges) technisches Gerät. Der Backup-Anbieter Backblaze rechnet beispielsweise zu Beginn der Betriebszeit vermehrt mit produktionsbedingten Fehlern, also einer ab Werk kaputten Festplatte. Doch selbst einwandfreie Datenträger unterliegen im Laufe ihrer Nutzung dem natürlichen Verschleiß. Flash-Speicher-basierte Festplatten wie USB-Sticks und SSDs unterstützen nur eine bestimmte Anzahl an Schreibprozessen, d.h. nach einer vorbestimmten (jedoch sehr hohen) Anzahl an Speichervorgängen werden sie unbrauchbar. Gegenüber den noch häufiger verwendeten Hard-Disk-Drives (HDD), also der „klassischen“ Festplatte verfügen sie jedoch nicht über mechanische Teile, die (beispielweise durch Erschütterung) kaputtgehen können.

Weitere Gefahren sind, je nach verwendetem Speichermedium, Entmagnetisierung magnetischer Elemente, Probleme mit der Stromversorgung oder das einfache Erreichen der produktionsbedingten, maximalen Lebensdauer. Je nach Hersteller und Art des Speichers sollte dabei mit einer Nutzungsdauer von maximal 3 bis 5 bzw. 5 bis 10 Jahren gerechnet werden.

Physikalische Schäden sind insgesamt eine der häufigsten Ursachen für Datenverlust, wie auch das Datenmanagement-Unternehmen Storagecraft in einer Umfrage unter professionellen IT-Anwendern belegt. Dass insbesondere mobile Geräte in dieser Statistik als kritisch bewertet werden, leuchtet ein. Schäden durch falsche Lagerung, Brüche und Stürze, sowie erhöhter Verschleiß im Allgemeinen kommen bei tragbaren Geräten deutlich häufiger vor als bei stationären.

Eine allgemeine Lösung für diese Probleme gibt es nicht: Neben redundanten Backups und regelmäßiger Datenübertragung auf neue Speichermedien können kleinere Ausfälle zum Beispiel oft durch automatische Speichervorgänge oder die system- und programmeigenen Wiederherstellungsmöglichkeiten gängiger Software kompensiert werden.

Der Umzug von Daten in die Cloud ist eine weitere mögliche Maßnahme gegen Datenverlust, die sich besonders bei größeren Datenmengen anbietet. Einige Informationen zur Entscheidung zwischen einem lokalen Server und Cloud-basierter Datenspeicherung finden Sie auch in unserem Blogbeitrag dazu.

Der Umzug in die Cloud beugt darüber hinaus auch in weiten Teilen dem Datenverlust durch die zweite große Risikogruppe vor: menschliche Fehler. Nutzungsbedingter technischer Datenverlust stellt die Brücke zwischen technischen und menschlichen Fehlerquellen dar.

2. Menschliche Ursachen für Datenverlust

Grundsätzlich können viele Faktoren im Betriebsalltag zu Datenverlust infolge von Nutzerfehlern führen. Lokale Speichermedien sind, wie bereits erläutert, für viele Formen physikalischen Schadens anfällig. Herunterfallen stellt dabei lediglich die Spitze des Eisbergs dar. Häufig kollabiert Technik z.B. auch unter verschütteten Getränken oder Essensresten am Arbeitsplatz, oftmals ist ein irreparabler Schaden die Folge.

Der Verlust von Hardware ist ebenfalls nicht zu unterschätzen: USB-Sticks und SD-Karten können aufgrund ihrer geringen Größe besonders einfach auf der Strecke bleiben und in Zeiten mobiler Arbeitsplätze schnell verloren gehen. Auch Handys, Tablets und Laptops sind häufig betroffen. Zusätzliche Brisanz ist im Verlustfall dadurch gegeben, dass vertrauliche Daten sogar in falsche Hände geraten können – dazu aber gleich mehr.

Zuvor soll noch ein weiteres Beispiel zeigen, für welches insbesondere die Cloud eine gute Rückversicherung darstellt: Der Datenverlust durch versehentliches Löschen oder (meist schlimmer) Formatierung von Datenträgern. Diese Fälle sind meist auf Unwissenheit zurückzuführen und können ebenfalls schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Während gelöschte Dateien auf den meisten Systemen im Papierkorb landen und somit eben nicht endgültig verloren sind, erfordert ein sorgfältig formatierter Datenträger schon deutlich mehr Know-how (und meist auch einen höheren Kostenaufwand), um die Informationen zurückzuerhalten. Oft ist dies jedoch gar nicht mehr möglich.

Cloud-Anbieter hingegen erstellen ausführliche Backups, die nicht nur Versionierung ermöglichen, sondern auch versehentlich gelöschte Dateien zurückbringen können. Nutzerseitige Formatierung ist bei Cloud Speicherung ausgeschlossen. An dieser Stelle müssen wir nochmals einen Schritt zurück machen: Wie oben bereits angeschnitten, ist Datenverlust nämlich nicht immer endgültig. Im Falle versehentlicher Löschungen ist das durchaus ein Segen. Jedoch kann das Abhandenkommen von sensibler Information auch zu Datenlecks oder Diebstahl führen.

Verlorene oder nur unzureichend durch Passwörter und andere Maßnahmen geschützte Daten geraten leider allzu leicht in falsche Hände und öffnen Industriespionage wie Geheimdiensten Tür und Tor. Beides sind leicht zu vermeidende Fehler durch den Nutzer. Weitere Informationen dazu finden Sie in unseren Texten über die schlimmsten Passwörter und die 10 Tipps für Datensicherheit.

Auch der versehentliche Download von Malware, also Viren und Ähnlichem, kann Unternehmensstrukturen nachhaltig kompromittieren. Hier ist es besonders wichtig, Vorsorgemaßnahmen zu treffen, die auch über die Sensibilisierung von Mitarbeitern hinausgehen.

Möglichkeiten sind zum Beispiel das Eindämmen von Schatten-IT, aber auch die Beschränkung administrativer Rechte zur Programminstallation für Mitarbeiter oder ein aktives Auditing der Nutzeraktivitäten können Attacken vorbeugen. Bei aller Vorsicht vor einem Eindringen „von außen“, sollten aber auch (nicht) böswillige „Insider“ nicht außer Acht gelassen werden. Vor allem beim Ausscheiden eines Mitarbeiters mit Zugriff auf wichtige Daten, ist ein zuverlässiges Daten- und Nutzermanagement entscheidend. Während insbesondere Cloud-Anwendungen die physikalische Sicherheit der Daten gewährleisten und einen guten Überblick über die Nutzeraktivität geben, kann es hier hingegen leichter zu „Lecks“ kommen. Um diese Sorge von den Schultern der Cloud-Nutzer zu nehmen, ist beispielsweise eine umfassende Verschlüsselungslösung – wie Boxcryptor sie anbietet – die beste Wahl. Neben der absoluten Zugriffssicherheit auf Inhalte (selbst wenn ein Datensatz in die Hände von Unbefugten geraten sollte) können zusätzlich enthaltene Funktionen das Zugriffsmanagement deutlich erleichtern.

Damit profitieren Firmen von der flexiblen Nutzung der Cloud-Dienste, sind sicher vor der Gefahr eines unmittelbaren, technischen Blackouts und können dadurch zuletzt auch der dritten, großen Gefahrenquelle besser entgegenwirken: dem Datenverlust durch äußere Umwelteinflüsse.

3. Natürliche Ursachen für Datenverlust

Egal, wie gut Ihre Hardware abgesichert ist: Natürliche Ursachen wie Hochwasser, Sturm- oder auch Brandschäden werden Sie nur bedingt vorhersehen und erst recht nicht beeinflussen können. Je nach Standort lässt sich die Gefahr zwar verringern, ansatzweise Sicherheit schaffen aber beispielsweise nur geografisch unabhängige, redundante Speicherorte. Diese müssen jedoch abermals gegen technisches und menschliches Versagen abgesichert werden. Insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen kann dies vor nahezu unlösbare Aufgaben stellen, denn es gilt Kosten und Risiken abzuwägen.

Auch Cloud-Anbieter stehen vor diesen Herausforderungen, im Gegensatz zu anderen Firmen haben sie allerdings einen großen Vorteil: Diese Aufgaben sind Teil ihres Geschäftsmodells. Geografisch unabhängige Rechenzentren gehören zum festen Bestandteil der großen Anbieter, auch wird das Datenbackup so angelegt, dass der mögliche Ausfall eines Rechenzentrums nicht zur Unzugänglichkeit der Daten führt. Zusätzlich sind die Datencenter von vornherein besser gegen Naturkatastrophen abgeschirmt und werden stark überwacht. Kaputte Systeme werden vom Betreiber ausgetauscht, sodass das Risiko eines physikalischen Schadens an Ihren Daten so klein wie möglich gehalten wird.

Aliens, Asteroiden und Hai-Tornados – Kein Grund zur Sorge!

Für viele Gefahren im Bereich der Datensicherheit gibt es also eine Antwort. Diese kann einfach sein, wie die Nutzung der Cloud und dazugehöriger Verschlüsselungs-Software oder die notwendige Schulung und Sensibilisierung des Personals.

Die individuelle Anpassung kann von Unternehmen zu Unternehmen variieren. Und auch, wenn es für einige Probleme leider keine endgültige Lösung geben kann: Vor Aliens, Asteroiden oder Hai-Tornados brauchen Sie sich (zumindest noch) nicht zu schützen.

Sicher ist auf jeden Fall, dass das Bewusstsein über die mit der Computernutzung verbundenen Risiken einen wichtigen Schritt zur Datensicherheit darstellt. Und dank der physikalischen Datensicherheit in der Cloud sowie softwareseitigem Schutz durch Verschlüsselung mit Boxcryptor können Sie trotz aller Gefahren einen insgesamt höheren Sicherheitsstandard erreichen, als dies ohne die Nutzung internetbasierter Dienste möglich wäre.

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Kostenlose Infografik: Risiko Datenverlust

Eine Übersicht über die potenziellen Gefahren haben wir für Sie nochmals im handlichen Format zusammengefasst. Eine detailliertere Übersicht können Sie außerdem in unserer exklusiven, kostenfreien Infografik herunterladen.

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